Dr. med. univ. Susanne Lynch
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, ÖGUM Stufe II
Oberärztin im Hanusch Krankenhaus

Gynäkologische Vorsorge

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Krebsvorsorge

Die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung mittels PAP-Abstrich (benannt nach dessen Erfinder Papanicolaou) sollte auf jeden Fall wahrgenommen werden. Der Test dient dazu, die Beschaffenheit und Gesundheit des Gebärmutterhalses zu prüfen und Veränderungen in einem Vorstadium zu entdecken und den Ausbruch zu verhindern. Ich empfehle den PAP-Abstrich für alle Frauen ab dem 18. Lebensjahr 1 x pro Jahr. Der jährliche Krebsabstrich ist vollkommen schmerzfrei.

[Bearbeiten] Humane Papilloma Viren (HPV)

Gebärmutterhalskrebs wird durch Viren, die zur Gruppe der Humanen Papilloma Viren (HPV) gehören, ausgelöst. Diese HP-Viren sind weit verbreitete Viren, mit denen sich sowohl Männer als auch Frauen infizieren können. Zwei Drittel aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV! Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch direkten Hautkontakt, meist beim Geschlechtsverkehr. Da HPV alle befallen kann, gibt es keine speziellen Risikogruppen. Die Infektion verursacht keine klinischen Symptome und heilt oft von selbst ab.

Durch das HP-Virus werden aber auch so unangenehme und immer wiederkehrende Erkrankungen wie Genitalwarzen verursacht. Diese Veränderungen erscheinen an den äußeren Geschlechtsorganen (Vulva, Penis und Skrotum).

Genitalwarzen sind zwar nicht gefährlich, werden von den Betroffenen aber als unangenehm und störend empfunden und müssen meist operativ entfernt werden.

Bei manchen Frauen kann es jedoch zu einer chronischen Besiedelung der Scheide mit HPV kommen, was zu Zell Veränderungen und in Folge zur Krebsvorstufe und Gebärmutterhalskrebs führen kann.

Die Inzidenz d. Zervixkarzinoms (=Gebärmutterhalskrebs) ist weltweit verschieden die zweithäufigste Krebsart junger Frauen in Europa. Dabei ist Gebärmutterhalskrebs zu 100 % heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Ab sofort ist es möglich, die auslösenden Ursachen für Gebärmutterhalskrebs schon in den Anfängen wirksam zu bekämpfen und gar nicht entstehen zu lassen.

[Bearbeiten] Impfstoff zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs

Der neue GARDASIL®-Impfstoff richtet sich wirkungsvoll gegen den Großteil der krebs- und nicht krebserregenden Viren (HPV-Typen 16 und 18 u. HPV-Typen 6 und 11).

Für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren sowie für erwachsene Frauen bis 26 Jahren. Zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen, zur Verhinderung von Genitalwarzen und hochgradigen Veränderungen am äußeren Genitale.

Anwendung: Idealerweise sollte die HPV-Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, da einerseits die Wirksamkeit der Impfung bei jungen Menschen am höchsten ist, andererseits auch eine bereits vorhandene HPV-Infektion seltener vorliegt. Die Impfung besteht aus 3 Teilimpfungen. Der Impfschutz hält mindestens 10 Jahre an. Gerne berate ich Sie hinsichtlich aller Impfmodalitäten.

[Bearbeiten] Vaginaler Ultraschall

Die gynäkologische Untersuchung umfaßt neben dem Tastbefund auch eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (vaginaler Ultraschall). Veränderungen im kleinen Becken werden erst ab einer gewissen Größe für die Hände des Untersuchers tastbar. Mein Ziel ist es aber, Veränderungen besonders früh aufzuspüren, um eine möglichst gute Therapiemöglichkeit u. Heilungschance zu erhalten. Daher lege ich sehr großen Wert auf eine Ultraschalluntersuchung und habe ein modernes Gerät zur Verfügung, wodurch schon frühzeitig Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke erkannt werden können. Der Ultraschall durch die Scheide ist schmerzfrei. Durch den vaginalen Ultraschall können auch die Ursachen von Blutungsanomalien frühzeitig festgestellt werden – wie z. Bsp. bei Myomen oder Polypen.

Aus diesem Grund ist die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide in meiner Ordination ein wichtiger Teil der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung.