Dr. med. univ. Susanne Lynch
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, ÖGUM Stufe II
Oberärztin im Hanusch Krankenhaus

Ästhetische Endokrinologie

Ein wesentlicher Teil des Wohlbefindens der Frau ist von den Hormonen abhängig. Diese ändern sich im Leben der Frau mehrmals. Bereits mit Ende 20 stellt der Körper weniger Hormone wie z. B. Östrogen her. Östrogen ist in der Haut unter anderem für die Neubildung von Hyaluronsäure und Kollagenfasern verantwortlich. Die Haut verliert an jugendlicher Ausstrahlung, wenn die Hormonkonzentration sinkt. Sie wird weniger straff und Falten bilden sich.

Symptome wie Haarausfall, Faltenbildung, Bindegewebsschwäche, Schwangerschaftsstreifen, Pigmentflecken, Haarwuchs an unerwünschten Stellen und Akne sind stark Hormon/bzw. Stoffwechsel abhängig. So kann bei diesen Haut Veränderungen oft Besserung durch Einsatz von Hormonen in lokaler Applikationsweise erzielt werden. Eine Möglichkeit zur Unterstützung der hormonellen Balance der Haut bietet die ästhetische Endokrinologie.

In der Entstehung der Akne sind männliche Geschlechtshormone maßgeblich beteiligt. Meist ist Akne auf ein Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Hormone zurückzuführen. Die orale Anwendung des Antiandrogens Cyproteronacetat CPA ist erwiesenermaßen effektiv. Die lokale Anwendung in Form einer Hautcreme hat oft die gleiche Wirksamkeit, führt aber zu niedrigeren Serumspiegeln und zu weniger Belastung des Organismus.

Auch gegen den oft unerwünschten verstärkten Haarwuchs kann durch topische Anwendung von Antiandrogenen deutliche Besserung erzielt werden. Bei Bindegewebsschwäche oder Cellulite können männliche Geschlechtshormone in lokaler Form helfen, wenn diese als Symptom eines Androgenmangels in der Menopause oder unter der Pille auftreten. Die lokale Androgenapplikation kann das Fettverteilungsmuster positiv beeinflussen.

Eine speziell für Sie zubereitete und an Ihre Stoffwechselsituation angepasste lokale Therapie kann diesen unerwünschten Erscheinungen Abhilfe schaffen – dies wird als Rezept verschrieben und ist, nach genauer ärztlicher Anweisung, wie ein Medikament in entsprechender Dosierung, anzuwenden.